Weniger Politik wagen, dafür aber zukunftsträchtigere. Eine Perspektivbetrachtung

Im Moment trifft es vor allem die SPD. Gabriel will, quasi im Alleingang, wechselweise alle Zielgruppen zufriedenstellen. Das klappt gar nicht. Ein viel größeres Problem, das auch die Grünen betrifft, bleibt dabei unbeleuchtet: die Menschen haben die Hoffnung auf Rettung durch die Politik schon aufgegeben. Gerade die Parteien, die sich links wähnen und konzeptionell denken, haben damit ein Problem. Was tun?

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Gut so, die Schwaben kommen. Erklärungen zum grünen Erfolgsmodell Baden-Württemberg

Auf die Haltung kommt es an. Und darauf, wie fest man auf dem Boden steht. Auf diese beiden Punkte kann man das Erfolgsrezept der Spätzleschwaben bringen. 

Der Standpunkt: Die Mitte der Gesellschaft. Die Grünen sind eine  bürgerliche Partei mit Haltung. Das goutieren die WählerInnen. 

Niemand symbolisiert das so gut wie Winfried Kretschmann. Er kennt die Zukunftsfragen, er redet darüber, aber er weiß auch, dass Politik die Zukunft nicht alleine macht. Sondern allenfalls die Rahmenbedingungen setzt. 

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Die Kunst, sich die Welt NICHT vorzustellen. Fragen zum grünen Jahreswohlstandsbericht

Frühstück bei der Commerzbank, strahlender Sonnenschein, schöner Blick aufs Brandenburger Tor, wenn man aus der S-Bahn kommt. Guter Vortrag von Kerstin Andreae zum grünen Jahreswohlstandsbericht. 

Die Botschaft ist klar: Die Fixierung aufs die jährliche Wachstumsquote ist ein Fetisch (meine Worte). Die Lösung: mit einem Bericht nach dem Modell der Balanced Scorecards acht Dimensionen von Wohlstand zu messen, sie rot/gelb/grün zu kennzeichnen, mit Trendaussagen zu versehen, das Ganze fesch aufzumachen. Und damit Unterstützung für eine ökologisch nachhaltige Veränderung der Gesellschaft zu mobilisieren. 

Klingt gut!

Die Frage ist aber, wer daraus was ableitet. 

Politisch eindeutige Schlussfolgerungen lassen sich, soweit scheint es mir sicher, daraus nicht ziehen. 
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Ändere dein Weltbild, dann kannst du auch die Welt ändern. Eine Antwort auf das jüngste Hadern von Jörg Rupp

Lieber Jörg, 

nein, wir waren wahrscheinlich nur ganz selten einer Meinung. Und trotzdem will ich Dir, dem offensichtlich Noch-Mitglied der Grünen auf deine jüngste Intervention antworten. 

Um es kurz zu machen. Sie ist von gestern. Sie taugt für Grasswurzel, für Widerstand, für Anfangen. Sie taugt aber nicht für eine Partei, die das Denken einer Nation verändert hat. Und jetzt, wo sie die Nation verändert hat, sich schnell daran machen muss, sich selbst zu ändern. Nicht wegen der Prozente, nein, sondern deswegen, weil sie sich sonst dem, das sich ändert, in den Weg stellt. Weil sie selbst sonst Veränderung verhindert.
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Demokratie in stürmischen Zeiten. Die großen Linien vom Ballermannwahlkampf in den USA bis zum Selbstopponenten Seehofer.

Geh’ doch raus, möchte man dem Seehofer zurufen: Der Mann ist schizophren und eine Gefahr für die Demokratie. Wenn’s nur das wäre: Der Blick über den Teich zeigt uns, dass die Frage, ob Geld die Welt regiert, normalerweise mit “Ja” zu beantworten wird. Aber der Unmut darüber, dass das Geld regiert, hat dazu geführt, der etablierten politischen Klasse total das Vertrauen zu entziehen. Jetzt haben wir mit Sanders auf der Linken und dem Trump auf der Rechten ein Paar, das uns nur eines sagen will: Im größten und mächtigsten Land des Westens ist die Vertrauensbasis weg. Die Mitte hat sich weggesprengt, jetzt formieren sich Lager, die kaum mehr gemeinsame Werte und Vorstellungen mit sich vereinen. 
 
Deutschland scheint dagegen die Insel der Seeligen. Noch ist alles ruhig, zwischen zehn und fünfzehn Prozent der Wählerschaft neigen zwar der AfD zu, aber wer die Sympathisanten alle nationalistischen und rassistische Lager stecken will, liegt falsch: Die AfD sammelt Rassisten ebenso ein wie diejenigen, die Unmut äußern wollen;  – und sich im System nicht wiederfinden. 
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25 Jahre Gesundheitsreform. Eine Tour’d horizont mit Franz Knieps beim Spreestadtforum.

Ich fang mal so an: Nie war ich so ratlos wie heute. Franz Knieps, einer der wenigen, die Gesundheitspolitik in ihrem ganzen Umfang und den erwünschten und unerwünschten Auswirkungen ihrer Entscheidungen abschätzen können, war zu Gast beim Spreestadtforum. Am Rosenmontag, was, nach eigenem Bekunden, für den bekennenden Rheinländer Knieps kein Problem ist. Kein Wunder, war mein Blitzgedanke: Schließlich ist Gesundheitspolitik Ganzjahresmaskerade.
 
Aber zurück zum Thema: 25 Jahre Gesundheitsreform, bilanziert von einem, der nicht nur dabei war, sondern der das Ganze maßgeblich mitgestaltet hat.

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EUGEN MÜNCH/STEFAN SCHEYTT: NETZWERKMEDIZIN. EIN UNTERNEHMERISCHES KONZEPT FÜR DIE ALTERSDOMINIERTE GESUNDHEITSVERSORGUNG. 2014

Auszug aus dem KovarHuss: Reader Gesundheitspolitik www.kovarhuss.de/Gesundheit. Die Zusammenfassung skizziert Eugen Münch's Idee der Netzwerkmedizin.

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Aus gegebenem Anlass: Ist Demokratie die beste aller Herrschaftsformen?

Die Demokratie wird von Demokraten immer als die beste aller Herrschaftsformen betrachtet. Vergessen wird dabei, über die Rahmenbedingungen zu reden. Auf politischer Ebene: Stabile Rechtsordnung, keine Korruption. Die Fähigkeit, zu…

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Innehalten, Abschied nehmen. Und neu anfangen. Über Politik heute.

Die Aufgeregtheit der aktuellen politischen Debatte nervt. Vor allem, weil sie der Schwierigkeit der Lage nicht angemessen ist. Nehmen wir nur die zwei großen Brüche der Jetztzeit: Digitalisierung und Globalisierung. Nehmen wir dann noch die dritte große Veränderung dazu, die Sichtbarkeit des gesamten Globus (und zwar faktisch für jeden) und der gleichzeitige (ebenfalls für jeden spürbar) Verlust der westlichen Interventions- und Steuerungsfähigkeit des Westens, dann bleibt vor allem eines: Ratlosigkeit. 

Ratlosigkeit, wie man darin Muster für Zukunftsbewältigung erkennen kann. Und das ist im Weltbild des Westens einfach nicht vorgesehen. 

 
 

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