Kommt der Schulz-Zug? Oder nicht?

Dem Schulzzug geht es wie manchem neuen ICE der Bahn. Gut gemeint, schlecht gemacht. Schon im ersten Bahnhof liegen geblieben, im zweiten wieder, im dritten werden wir sehen. 

Am kommenden Sonntag in NRW soll ja ein Kraft-Zug draus werden.

Warum ist das eigentlich so? Immerhin ist in Schleswig-Holstein eine veritabel arbeitende Regierung abgewählt worden, eine, von der man immer dachte, alles richtig gemacht, keine inneren Zerwürfnisse, keine Skandale, anerkannter Ministerpräsident, weit sichtbare Vizes, die Partei mit sich selber ausgesöhnt und mit dem Land auch. 

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Luther, ein Opportunist? Ein Nachtrag.

Es hilft manchmal, sich alte Zeiten anzusehen und vor allem, sie unvoreingenommen anzusehen. Es können verblüffende Erkenntnisse dabei herauskommen.

War Luther eigentlich ein Opportunist? Obwohl ich die Frage gut verstehe, muss man sich der Antwort verweigern. Luther hat viel riskiert, können die Historiker darüber forschen, ob wissentlich oder unwissentlich, bis zu dem Punkt, als ihm sein Fürst ein Ultimatum gestellt hat. Im Kampf gegen Rom hat sich Luther eindeutig auf die Seite der aufgeklärten Fürsten gestellt, die die protestantische Sache unterstützt haben, freilich nicht einfach, weil sie die bessere war, sondern weil sie ihren Interessen oder/und ihren Überzeugungen besser entsprach.
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Die Marke Luther. Was uns Reformation und Buchdruck über die Welt von morgen sagen können.

Die Marke LutherAndrew Pettegree hat ein Buch mit einem etwas ungewöhnlichen Namen geschrieben. Und da ich, obwohl als Kind einer evangelisch-katholischen Familie, im evangelischen Nürnberg katholisch aufgewachsen, mich nie mit dem Protestantismus beschäftigt habe, hat mich die Rezension in der Zeit 1/2017 angesprochen.

Zu Recht.

Die Geschichte Luthers, das weiß man im Anschluss, ist die Geschichte eines Mannes mit ungewöhnlicher Willensstärke, der frühzeitig neue technologische Trends genutzt hat, mit seinem Fürsten unglaubliches Glück hatte, und deswegen erfolgreich war, weil er disruptiv war, (kurz, verständlich und deutsch geschrieben hat und seine Schriften deswegen schlagartig reißenden Absatz fanden). Der in der Disruption aus einer gänzlich unabsehbaren Rolle und Situation heraus (Ein bis dato unbedeutender Autor, Wittenberg ein unbedeutender abseits liegender Ort ohne Anschluss an die großen Handelswege) , sich sein eigenes Netzwerk aufgebaut hat (intellektuell, aber auch illustratorisch-drucktechnisch), dabei ein glückliches Händchen hatte und einen unglaublichen Kontrollzwang entwickelte und so zum meistgelesenen Autor Deutschlands jemals wurde. (mehr …)

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Echte Dualität in der Krankenversicherung. Eine Bestandsaufnahme. 

Die Bundestagsgrünen haben zu einem Fachgespräch eingeladen, Thema Beamtenbeihilfe, also Krankenversicherung für Beamte. Und wenn man da aufmerksam zugehört hat, war das ganz interessant.

Hintergrund war die Frage, ob nicht auch Beamte ein Wahlrecht zwischen einem PKV- und GKV-basierten Versicherungsangebot haben sollten.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Natürlich ging es dabei auch um die Frage, ob die freiwillige Öffnung nicht auch ein Weg wäre, um die Bürgerversicherung durch die Hintertüre einzuführen.

Unter dem Strich, hat sich dann gezeigt, wäre die Wahloption keine echte Alternative.

Das aus verschiedenen Gründen: (mehr …)

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Nicht links, nicht rechts. Vorne! Warum ein alter Gedanke für die Grünen neue Nahrung erhält.

Jetzt rüsten sie wieder. Die Grünen, in Rheinland-Pfalz gerupfte Wahlsieger von Baden-Württemberg suchen eine bundesweite Aufstellung. Am Wochenende ist kleiner Parteitag. Michael Kellner hat sich frühzeitig in Stellung gebracht, Mathias Wagner, der den Laden in Hessen zusammenhält, hat geantwortet  Aber worum geht’s 

 

 Die Grünen suchen eine Aufstellung. 

 
Krass, oder? In einem Land die größte Partei zu werden, im anderen völlig abzusacken, im dritten sich tapfer zu schlagen. Just One Day! 
 

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Die grünen Lehren des 13.3.2016. Einige Nachfragen zu Dieter Janecek’s „Vertrauen muss erarbeitet werden“.

Ich sitze etwas rätselnd vor Dieters und Ekin Deligöz’s Text.  Oberflächlich betrachtet kann ich allem zustimmen. Und dann habe ich ihn noch zweimal gelesen und mich immer wieder gefragt, what’s the message?
Ich bin dann an zwei Formulierungen hängen geblieben. Den zwei Schlagworten, was Grüne wollen. Dieter sagt, eine weltoffene und humane Gesellschaft. Und einen ökologisch-sozialen. Aufbruch. 
Das können sicher alle unterschreiben. Aber können das nicht auch alle anderen Parteien (außer der CSU) unterschreiben?
Worum geht es eigentlich inzwischen in der Politik? 

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Davos. Jammern, wenngleich auf hohem Niveau

Ungewohnte Töne. In Davos jammern sie jetzt. Freilich auf hohem Niveau, aber trotzdem. 

Was ist anders als früher? Es ist ein Multistakeholder-Multilevel Jammern. Und die selbsternannten Big Bodies der Welt: Sie sind längst mehr Master of Deseaster geworden als Master of the Univers. 

Was neu ist und deshalb so irritierend: Nie war weniger Macht als heute. Der Westen ist vom Treiber zum Getriebenen geworden. 

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Losing a battle, winning the war. Merkel. Seehofer. Söder.

Keinen Plan zu haben, kann manchmal ganz nütlzlich sein. Nämlich dann, wenn das Gelände unübersichtlich ist. Dann kommt es lediglich darauf an, dass man das Ziel kennt und jeder die Verantwortung übernimmt, die er tragen kann. 

Die Union ist so ein Beispiel. Söder, der Buhmann von der CSU, macht scheinbar den Ausputzer. Jetzt hat ihn Zickzackhorst in den Sänkel gestellt. Der Bub hat eine Ohrfeige erhalten, dass es klatscht. Aber wer hat jetzt gewonnen, wer verloren?

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Über den Tag hinaus. Ideologiekritisches zur Frage, was sich derzeit in Deutschland tut.

Es gibt drei große Ereignisse der letzten dreißig Jahre, die Deutschland schlagartig und nachhaltig verändert haben: Der Fall der Mauer, 9/11 und jetzt, das Eintreffen der Flüchtlinge aus Syrien und…

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Der Umschlag von Quantität in Qualität. Warum die aus aller Welt Flüchtenden den Westen vor ganz neue Herausforderungen stellt. Und welche Rolle dabei die Digitalisierung spielt.

Zuallererst: Es geht nicht darum, ob ich Recht habe. Ich hätte es lieber nicht. Aber es geht darum, zu erkennen, dass die Flüchtlingsfrage die geordnete Welt des Westens, so wie wir sie kannten, endgültig ins Gestern befördert. 

Der Westen, der war bisher, der Herr der Welt. Und so haben „die Herren der Welt“ diese nach ihrem Gusto geordnet. Länder mit Ölvorhaben wurden geplündert, politische Standards waren nichts wert, wenn sie dem Zugriff der Ölvorkommen entgegen standen. Und auch die politische Linke, die gegen Waffenexport und gegen eine interessensgeleitete Politik aufbegehrt, steht zwar zeternd daneben, mit ihren Forderungen. Die Folgen entsprechender Politik, Wohlstandsverzicht, wollten sie ihren eigenen Wählern, die alle von einem westlichen Zugewinnsversprechen genährt werden, wollen (oder können?) nicht zumuten. 
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Meine Essentials aus #ChristophKeese Silicon Valley. Ein Nachtrag zu #microsoftliest

Christoph Keese hat ein Buch über das Silicon Valley geschrieben. Er hat bei #microsoftliest ein Stück daraus vorgelesen und sein Resume von sechs Monaten Silicon Valley gezogen. Das Buch ist deswegen lesenswert, weil es auf eine Ideologisierung verzichtet. Es beschreibt einfach, wie das Silicon Valley läuft und wie es sich anfühlt. Es malt deswegen die Bilder, vor deren Hintergrund die europäische und deutsche Debatte beginnen sollte (und in der Zeit vergangener und im Spiegel dieser Woche hat sie ja schon begonnen): Was macht das Silicon Valley aus? Wie stehen wir im Verhältnis dazu da? Was können wir davon lernen? Was ist uns wichtig? (Also wirklich wichtig als Gesellschaft) Und wer kann was dafür tun, dass wir künftig wieder eine Rolle in der Entwicklung der Welt spielen?

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