Die Zukunft, die Industrie und die Politik #tdi20

Eindrücke aus den Reden von von der Leyen, Merkel und Kempf auf dem Tag der Industrie 2020.

In einem Satz: Von der Leyen macht auf Chefverkäuferin, Merkel hält den Ball, wie immer, flach. Und der BDI-Präsident? Die Überschriften hat er verstanden. Aber sonst?
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Warum Wissenschaftler wie Claudia Kempfert Teil des Problems und nicht Teil der Lösung sind.

Claudia Kempfert gilt als eine der Vorkämpferinnen für Energiewende und eine nachhaltige, innovationsbasierte Politik. Ich finde, so wie sie argumentiert, ist sie eher Teil des Problems.  (more…)

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Die Neuerfindung gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Dave Collander, den Namen wird man sich merken müssen… Johannes Pennekamp hat in der FAS vom 9.1.2017 seinen Ansatz skizziert. Collander geht es um das Paradigma der Volkswirtschaften. Was er beschreibt, geht aber darüber hinaus, es beschreibt das Scheitern aller gesellschaftlichen Handlungswissenschaften. Und das Scheitern gesellschaftlichen Handelns. Lesen Sie selbst: 

https://www.evernote.com/shard/s39/sh/9fd32fde-8b5e-456a-8372-777b3feeb918/a92ab08ff603a8bd4d9eda943acef494https://www.evernote.com/shard/s39/sh/9fd32fde-8b5e-456a-8372-777b3feeb918/a92ab08ff603a8bd4d9eda943acef494

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Die Marke Luther. Was uns Reformation und Buchdruck über die Welt von morgen sagen können.

Die Marke LutherAndrew Pettegree hat ein Buch mit einem etwas ungewöhnlichen Namen geschrieben. Und da ich, obwohl als Kind einer evangelisch-katholischen Familie, im evangelischen Nürnberg katholisch aufgewachsen, mich nie mit dem Protestantismus beschäftigt habe, hat mich die Rezension in der Zeit 1/2017 angesprochen.

Zu Recht.

Die Geschichte Luthers, das weiß man im Anschluss, ist die Geschichte eines Mannes mit ungewöhnlicher Willensstärke, der frühzeitig neue technologische Trends genutzt hat, mit seinem Fürsten unglaubliches Glück hatte, und deswegen erfolgreich war, weil er disruptiv war, (kurz, verständlich und deutsch geschrieben hat und seine Schriften deswegen schlagartig reißenden Absatz fanden). Der in der Disruption aus einer gänzlich unabsehbaren Rolle und Situation heraus (Ein bis dato unbedeutender Autor, Wittenberg ein unbedeutender abseits liegender Ort ohne Anschluss an die großen Handelswege) , sich sein eigenes Netzwerk aufgebaut hat (intellektuell, aber auch illustratorisch-drucktechnisch), dabei ein glückliches Händchen hatte und einen unglaublichen Kontrollzwang entwickelte und so zum meistgelesenen Autor Deutschlands jemals wurde. (more…)

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Bullshit-Bingo namens Wissenschaft. Anmerkungen zum grünen Fachgespräch über Gesundheits-Apps

Die Bundestagsgrünen haben zum Expertengespräch geladen, der Ort war stickig-cool (sehr großes Interesse), das Rainmaking-Loft, Heimat des Startup-Accelerators Startupbootcamp, der im November mit seinem ersten Digital Health Programm in Berlin startet. 

Was muss, was sollte man tun, um den Dschungel an Gesundheitsapps zu durchleuchten und durchforsten, um Spreu vom Weizen oder “Best Practice” vom “Worst Case”, vor Müll oder Gesundheitsgefahren zu schützen. Die grüne gesundheitspolitische Sprecherin Maria Klein-Schmeink war eine kluge Gastgeberin. 

Aber: Man kann sich seine Gäste nicht immer ganz frei aussuchen. 

Im ersten Teil, und da sind wir schon mitten im Problem, wurde die Wissenschaft befragt. Und, man entschuldige mir meine Pauschalität, die hatte in ihrer Elfenbeinarroganz wieder mal keine Antwort. 

Außer: Evidenzbasiert. Und: da müsste man mal genauer forschen. 

Bullshitbingo. Auftragsfishing. Und keinerlei Erkenntnis, was da draußen vor sich geht. Wie und warum Menschen oder Unternehmen Apps entwickeln oder entwickeln lassen. 
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Davos. Jammern, wenngleich auf hohem Niveau

Ungewohnte Töne. In Davos jammern sie jetzt. Freilich auf hohem Niveau, aber trotzdem. 

Was ist anders als früher? Es ist ein Multistakeholder-Multilevel Jammern. Und die selbsternannten Big Bodies der Welt: Sie sind längst mehr Master of Deseaster geworden als Master of the Univers. 

Was neu ist und deshalb so irritierend: Nie war weniger Macht als heute. Der Westen ist vom Treiber zum Getriebenen geworden. 

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It’s innovation, stupid. Über Bildung, Forschung und Entwicklung

Was kann Europa stark machen? Auch wenn derzeit alle gebannt und voller Respekt hinsehen, wie sich Deutschland in der Flüchtlingsfrage verhält (und wir wieder einmal sehen können, wie unsere simplen Weltbilder einfach nicht stimmen), die Karawane zieht weiter. 

Was macht Europa stark. Wie gelingt es dem gemeinsamen Europa, gegenüber der technologisch führenden USA aufzuholen? Ein paar Anmerkungen darüber, was geht. Und was nicht. 
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Das Kapital des Staates. Empfehlenswertes Buch von Marianne Mazzucato.

Marianna Mazzucato hat mit “Das Kapital des Staates” ein sehr lesenswertes Buch geschrieben. Ich bin ja kein Freund politischer Anstrengungen, Innovation politisch zu erzwingen. Zu groß scheint mir dabei die Gefahr, dass Politik ihre Kurzfristwahrnehmung und die Dominanz politischer Prä’s (was sind liebsame,was unliebsame Technologien) einfach auf die Forschungsperspektive fortschreibt. Die laufende Debatte um die Breitbandverkabelung wäre wieder mal ein Beispiel, dass mit der Lesebrille Weitsicht bewiesen werden soll. Doch Weitsicht sieht anders aus, wenn die Entscheider einerseits das Wohl der Telekom im Auge behalten müssen, andererseits aber eine Antwort auf die Frage finden müssen, wie die Digitalisierung der Netze am besten erfolgen kann. 
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Think twice! A different view towards the World. Zehn Thesen.

1) Wir sehen nur, was wir wissen. Ereignisse, die nicht in unsere Erklärungsmuster passen, beachten wir nicht.  2) Wir Menschen brauchen Erklärungen zur Sinnstiftung. Nur, indem wir unseren Handlungen Sinn…

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Anmerkungen zum neuen sozialpolitischen Grundsatzpapier einiger grüner Reformer

Man scheitert nicht an der Realität. Man scheitert an den Erwartungen, die man weckt; –Anmerkungen zum neuen sozialpolitischen Papier der grünen Realos. 

Ein politisches Papier, das nicht den Rahmen beschreibt, in dem es sich bewegt, muss scheitern. Die Politiker aller Parteien sind es gewohnt, ihren Einflußbereich zu überspannen, zu überschätzen; – und somit durch die geweckten Erwartungen, die Enttäuschung gleich mit zu liefern. 

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Meine Essentials aus #ChristophKeese Silicon Valley. Ein Nachtrag zu #microsoftliest

Christoph Keese hat ein Buch über das Silicon Valley geschrieben. Er hat bei #microsoftliest ein Stück daraus vorgelesen und sein Resume von sechs Monaten Silicon Valley gezogen. Das Buch ist deswegen lesenswert, weil es auf eine Ideologisierung verzichtet. Es beschreibt einfach, wie das Silicon Valley läuft und wie es sich anfühlt. Es malt deswegen die Bilder, vor deren Hintergrund die europäische und deutsche Debatte beginnen sollte (und in der Zeit vergangener und im Spiegel dieser Woche hat sie ja schon begonnen): Was macht das Silicon Valley aus? Wie stehen wir im Verhältnis dazu da? Was können wir davon lernen? Was ist uns wichtig? (Also wirklich wichtig als Gesellschaft) Und wer kann was dafür tun, dass wir künftig wieder eine Rolle in der Entwicklung der Welt spielen?

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Zum Tode vom Ulrich Beck

Wir trauern um Ulrich Beck, den zweiten grossen Intellektuellen innerhalb kurzer Zeit, auf den wir künftig verzichten müssen. Erst der ungestüme Schirrmacher, jetzt der neugierig reflektierte Ulrich Beck. Deutschland ist um zwei große Intellektuelle ärmer.

Intellektuell deswegen (und im Falle von Ulrich Beck nicht Wissenschaftler), weil er nie der Versuchung erlegen ist, die Theorie für bedeutsamer als die Wirklichkeit zu betrachten. Der Soziologe Ulrich Beck hat seinem Gegenstand, das soziale Miteinander der Menschen, abstrakter die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, nie als abgeschlossen betrachtet.
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The Google Thing

Es geht nicht darum, Googles Verhalten in Sachen Transparenz und Privacy und Oligopolbildung zu rechtfertigen. Andererseits: Google macht klar, was Staat und Großunternehmen nicht auf die Beine stellen können. Die Entstehung von etwas völlig Neuem, multidimensionale Innovation. Das heißt auch: Kreative Zerstörung. Von Lebens- und Geschäftsmodellen. Zum Beispiel beim Auto.
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Die Folgen politischen Handelns. Gut gemeint und schlecht gemacht.

Es gibt ein Thema, das mich intensiv beschäftigt, das ist der Widerspruch zwischen einerseits dem Versagen politischen Handelns und andererseits dem weiterhin anhaltenden Glauben daran, Politik könne alles richten.

Der nachfolgende Beitrag von George Turner beschreibt, was wir alle ahnen: G8 und der Bachelor sind Murks. Es geht mir aber nicht um vordergründige Politikschelte. Vielmehr scheint es mir so, als ob die Politik immer wieder die Entscheidungshoheit über andere gesellschaftliche Bereiche an sich zieht und dem Bereich dann die Fähigkeit, sich selbst zu erneuern, entzieht. Neben der Hochschulpolitik fiele mir die Schulpolitik ein. Und natürlich die Gesundheitspolitik, da wird mit immer mehr Ressourcen immer mehr gesteuert. Und bei den Akteuren vor Ort kommt das immer nur als Fremdbestimmung an. Bei den Lehrern, bei den Hochschullehreren, bei den Kliniken und den Niedergelassenen Ärzten.

Einige Grundsatzbetrachtungen

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